Rückblick – Frische Bühne

Eine Bühne für alle
– ganz ohne Wettbewerb

12 Schulen, rund 318 Kinder und Jugendliche, 15 Beiträge und ein Saal voller Lampenfieber:
So lief unsere erste „Frische Bühne – Szenenwechsel“ im Bestehornhaus.

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15. Juni 2026  |  Veranstaltungen  |  Lesezeit ca. 4 Min.

Kurz vor neun zählte der ganze Saal gemeinsam rückwärts. Bei „eins“ ging der Vorhang auf, Rabia Lore Ekim trat ins Scheinwerferlicht – und damit war die erste „Frische Bühne – Szenenwechsel“ eröffnet. Am Montag, dem 15. Juni 2026, kamen 12 Schulen aus Aschersleben und der Region im Bestehornhaus zusammen, um zu zeigen, was in ihnen steckt.

Bis halb zwei reihte sich Beitrag an Beitrag: Schülerbands, Theateraufführungen, Tanzgruppen, Chöre, Literaturbeiträge und vieles mehr sorgten für ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Mal präsentierte sich eine komplette Grundschulklasse, mal stand eine einzelne Berufsschülerin mit ihrer Gitarre im Rampenlicht. Durch den Vormittag führte souverän Rabia Lore Ekim. Hinter den Kulissen koordinierte unsere Theaterpädagogin Ines Wilk-Ekim gemeinsam mit den Helferinnen und Helfern der KultSTUBE die zahlreichen Gruppen und begleitete sie durch den Veranstaltungstag. Einige der aufgeführten Beiträge hatte sie bereits im Vorfeld gemeinsam mit den Klassen erarbeitet und einstudiert.

Die Bandbreite der Beiträge war groß. Die Schülerband der Seelandschule Nachterstedt machte den Anfang, das Dr.-Frank-Gymnasium aus Staßfurt brachte gleich zwei Theatergruppen mit – von „Morgen bin ich Fünfte“ bis zum „Zauberlehrling“. Die Berufsschule WEMA war mit Liedern von Wir sind Helden bis Vance Joy dabei, und zum Schluss zeigte die Gemeinschaftsschule Adam Olearius ihren Ausschnitt aus „Deutschland sucht die Superfrau“. Diese Beispiele stehen stellvertretend für die vielen gelungenen Beiträge des Tages. Unser Dank gilt deshalb nicht nur den hier genannten Schulen, sondern allen Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und Begleitpersonen, die das Programm mitgestaltet und den Tag zu einem lebendigen Fest der Kreativität gemacht haben. Jedes Kind bekam schon am Eingang einen Button – ein kleines Andenken an den Tag.

Warum es diese Bühne braucht

Wir hören in der Region immer wieder denselben Satz, und ehrlich gesagt tut er jedes Mal ein bisschen weh.

Bis zur achten Klasse noch nie in einem Theater gewesen – und erst recht nie auf einer großen Bühne gestanden.
Was uns Schülerinnen und Schüler aus der Region erzählt haben

Wie viel Engagement, Kreativität und Herzblut in den Vorbereitungen steckten, zeigte ein Beispiel besonders eindrucksvoll: Die Grundschule Luisenschule brachte mit „Rudolphine im Reisefieber“ die größte Produktion des Tages auf die Bühne. In dem rund 25-minütigen Stück reisten 36 Kinder gemeinsam einmal um die Welt – von Paris über Stockholm bis Canberra. Mit großer Spielfreude, beeindruckender Vorbereitung und viel Teamgeist begeisterten sie das Publikum. Genau darum geht es uns: Kindern und Jugendlichen eine Bühne zu geben, auf der sie zeigen können, was mit Begeisterung, Mut und gemeinsamer Arbeit alles möglich ist.

Dazu kommt der Druck. Sobald Kinder auftreten sollen, hängt oft ein Wettbewerb mit dran – eine Wertung, ein Vergleich. Genau das wollten wir nicht. Bei der Frischen Bühne gibt es keine Jury und kein Ranking. Wer auf die Bühne geht, soll einfach auftreten dürfen, echte Begegnung erleben und merken, dass die eigene Stimme trägt.

Wie der Tag lief

Von neun Uhr morgens bis halb zwei lief das Programm, mit einer kurzen Pause am Vormittag und einer Mittagspause. Für das Mittagessen wurde ein kleiner Beitrag pro Person fällig, alles andere war kostenfrei.
Auf der Bühne standen Grundschulkinder, Gymnasiast:innen und Berufsschüler:innen, aller Altersgruppen bunt gemischt. Für ein erstes Mal war es zwischendurch ganz schön wuselig – das geben wir offen zu. 😉
Doch die Resonanz war so gut, dass das am Ende keine Rolle spielte.

„Das Schönste war, dass die Kinder am Ende von sich aus zu mir kamen und gefragt haben: Bitte, bitte, können wir das nächstes Jahr wieder machen!?“

 

Ines Wilk-Ekim, Vorsitzende und Theaterpädagogin der KultSTUBE Aschersleben e.V.

 

Besonders in Erinnerung geblieben ist Ines die Begeisterung der Kinder. Viele von ihnen kamen nach der Veranstaltung auf sie zu und fragten, ob es im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben werde – für sie das schönste Zeichen dafür, wie viel der Tag bei den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewegt hat.

Auch Rabia blickt mit großer Zufriedenheit auf den Vormittag zurück. Hinter den Kulissen galt es, zahlreiche Programmpunkte, Gruppen und Abläufe miteinander zu verbinden. Dass der Tag dennoch reibungslos verlief und auf der Bühne alles wie aus einem Guss wirkte, war das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Und dann der Moment, der den Tag rund gemacht hat: Zum Abschluss kamen alle, die noch da waren, gemeinsam auf die Bühne – Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und wir. Für ein Foto, das die ganze Bandbreite des Vormittags auf einen Blick zeigt.

Ein Format - neu belebt

Die Idee ist nicht ganz neu. In Sachsen-Anhalt gibt es ein landesweites Schülertheatertreffen, das in diesem Jahr in Halle stattfand – eine gute Sache. Nur geht es über vier volle Tage, und der Weg dorthin ist für viele schlicht zu weit. Im Klartext: Ein großer Teil der Schulen bei uns kann da gar nicht mitmachen. Das hat uns gewurmt.

Also haben wir unser eigenes Format gebaut – kostenfrei, vor der Haustür, ohne Verpflichtung und ohne Wettbewerb. Ganz von vorn fangen wir dabei nicht an: Am Salzlandtheater in Staßfurt hatte Ines Wilk-Ekim mit einer Kollegin des Theaters ein ähnliches Treffen über Jahre für Schulen aus Staßfurt und Umgebung auf die Beine gestellt. Mit Corona ist das eingeschlafen. Jetzt, unter dem Dach der KultSTUBE, haben wir die Idee wieder aufgeweckt – diesmal in Aschersleben, für unsere Heimatstadt.

Mitmachen

Nächstes Jahr deine Schule auf der Bühne?

Die „Frische Bühne – Szenenwechsel“ soll ein fester Termin werden – kostenfrei, ohne Wettbewerb, ohne Zwang. Wenn deine Schule, deine Klasse oder dein Kurs beim nächsten Mal dabei sein möchte, meld dich einfach bei uns. Wir freuen uns über jede Gruppe und Solokünstler:innen, die Lust haben, eine Bühne auszuprobieren.

Deine Ansprechpartnerin:
Ines Wilk-Ekim · Theaterpädagogin · kontakt@ines-wilk-ekim.de

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